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SVP - Südtiroler Volkspartei | 29.03.2019 | 12:27

Brauchen wir wirklich ein Rodelgesetz?

Informationskampagnen ja, Sicherheitsmaßnahmen ja, Sensibilisierung ja – ein eigenes Rodelgesetz sieht SVP-Fraktionssprecher Gert Lanz als überzogen an. „Das Team Köllensperger, welches im Hinblick auf die Europawahlen mit den Liberalen liebäugelt und sich stets als modern, bürgernah und freisinnig rühmt, zeigt sich hier wenig liberal“, bemerkt Lanz. "Regeln schaffen zusätzliche Bürokratie, beschränken unsere Freiheit und reduzieren die Eigenverantwortung. Wir sollten sie wirklich nur dort einführen, wo es sie unbedingt braucht", so der SVP-Fraktionsvorsitzende.

SVP-Fraktionsvorsitzender Gert LanzZoomansichtSVP-Fraktionsvorsitzender Gert Lanz

Auch Landtagsabgeordneter und Präsidialsekretär Franz Locher sieht im Rodelgesetz keinen großen Wurf: „Das ist keine Lösung. Freizeitunfälle passieren auch da, wo es bereits Reglements gibt. Wir müssen viel mehr an die Eigenverantwortung der Menschen appellieren – immer und immer wieder! Und das funktioniert bestimmt nicht mit einem zusätzlichen Gesetz.“ Er fragt sich, wie das Rodelgesetz dann umgesetzt werden solle, wer beispielsweise die Kontrollen durchführen werde und die Strafen verhänge. Für ihn und SVP-Fraktionssprecher Lanz ist klar, dass ein weiteres Gesetz hier nicht die Lösung des Problems sein kann. „Dann brauchen wird bald auch ein Klettergesetz, ein Schwimmgesetz, ein Reitgesetz… das kann es nicht sein. Und die Südtiroler/innen werden keine große Freude daran haben: Noch mehr Regeln, noch mehr Verbote! Investieren wir lieber mehr in eine gute und einheitliche Beschilderung, in eine bessere Information und in zusätzliche Sensibilisierungskampagnen, die saisonal eingesetzt werden und in Richtung Eigenverantwortlichkeit gehen“, sagt Lanz. Auch Landeshauptmann und Sportlandesrat Arno Kompatscher kann einem Rodelgesetz wenig abgewinnen. Sehr wohl sei eine Helmpflicht für Kinder und Jugendliche notwendig und sinnvoll, die Sensibilisierung sei auszuweiten und zu forcieren z. B. über Schulen, Verbände und Liftbetreiber. Ein eigenes Rodelgesetz sei eine Überregulierung, welcher er skeptisch gegenüberstehe.


(SVP)