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SVP - Südtiroler Volkspartei | 09.11.2021 | 16:46

Haben wir in Südtirol keine Produktionshallen für unsere Heumilch-Mozzarella?

Vor einigen Wochen hat das online Nachrichtenportal ‚Salto‘ berichtet, dass die neue Heumilch-Mozzarella nicht in Südtirol hergestellt wird, sondern in einer Industriehalle nahe der Autobahn- Ausfahrt Mantua Süd. Diese Meldung hat den Landtagsabgeordneten Helmuth Renzler dazu bewogen, eine Anfrage im Landtag einzureichen. Der zuständige Landesrat Arnold Schuler hat heute (9. November 2021) dazu Stellung bezogen.

L.Abg. Helmuth Renzler (Foto: Oliver Oppitz)ZoomansichtL.Abg. Helmuth Renzler (Foto: Oliver Oppitz)

Zwecks Verarbeitung zu ‚Mila Mozzarella - Fior di Latte - aus 100 Prozent Südtiroler Heumilch‘ wird die Südtiroler Heumilch seit einiger Zeit täglich nach Mantua gebracht. Die dort befindliche Produktionshalle ist angeblich Teil einer Südtiroler Sennereigenossenschaft und ist somit im Eigentum von rund 2.300 Südtiroler Bergbauern.

„Ein solcher Usus ist nicht in Ordnung, denn so wird dem Verbraucher eine falsche Botschaft vermittelt. In einem wohlhabenden Land wie Südtirol dürfte es wohl möglich sein, dass solche Produkte auch zu 100 Prozent hier produziert werden“, begründet Helmuth Renzler seine Anfrage an die Landesregierung.

Landesregierung befragt

In seiner Anfrage erkundigte sich der Landtagsabgeordnete zunächst darüber, ob die Landesregierung vom Sachverhalt in Kenntnis ist und falls ja, ob sie mit der beschriebenen Art und Weise zur Herstellung der Heumilch- Mozzarella einverstanden ist. Zudem wurde die Landesregierung befragt, ob sie von der Produktionsstätte in Mantua in Kenntnis ist und falls ja, ob sie einverstanden ist, dass die Herstellung außerhalb Südtirols erfolgt.

Des weiteren wollte Renzler in Erfahrung bringen, wie hoch die Beiträge zur Förderung dieses Produkts seitens der Landesverwaltung sind und ob neben Landesbeiträgen zur Förderung dieses Produkts auch finanzielle Beiträge aus dem zuständigen Europäischen Fonds gewährt wurden.

Zuständiger Landesrat bezieht Stellung

In seinen Ausführungen hat Landesrat Arnold Schuler zunächst unterstrichen, dass die Landesregierung in Bezug auf die Fragen 1 und 2 in Kenntnis vom Ankauf dieser Halle war. Allerdings wurde sie erst im Nachhinein davon informiert, als die Verhandlungen bzw. der Kauf bereits durchgeführt wurden. Dieser Ankauf war keine politische Entscheidung, sondern eine betriebstechnische. Somit kann die Landesregierung eine solche Aktion auch nicht untersagen.

Weiters teilte Landesrat Schuler mit, dass es zwischenzeitlich ein Treffen mit den Obmännern der Milchhöfe gegeben hat. Bei diesem Treffen wurde über die weitere gemeinsame Vorgangsweise gesprochen. Der Landesrat betonte in diesem Zusammenhang, dass es einer gemeinsamen Strategie bedarf.

Gegen die Prognosen vom Jahr 2010 ist die Milchproduktion nicht gesunken, sondern im Gegenteil in den letzten Jahren sogar gestiegen. Es ist jedoch anzunehmen, dass die Produktion in den kommenden Jahren wieder abnehmen wird.

Abschließend erklärte Arnold Schuler, dass weder das Produkt noch der Ankauf der Industriehalle gefördert werden. In der Förderprogrammperiode wurden Investitionen der Genossenschaft Bergmilch in Höhe von 18,3 Millionen Euro gewährt, aber nur für Investitionen innerhalb des Landes.

„Die Antworten des Landesrates waren aufschlussreich. Allerdings wäre es interessant zu wissen, wie sich erwähnten 18,3 Millionen Euro in den letzten 5 Jahren genau aufgliedern“, fasst Helmuth Renzler zusammen und teilt mit, dass er die weiteren Entwicklungen im Auge behalten wird.

 


(SVP)