Contenuto principale

Gruppi consiliari

ENZIAN | 11.03.2021 | 08:19

GEHALTSVERZICHT?

Der Landtagsabgeordnete Josef Unterholzner hatte im Februar den Vorschlag, dass Politiker aus Solidarität während der Pandemie auf 50% und die öffentlich Bediensteten auf 25% ihres Gehaltes verzichten könnten. Aus Solidarität denjenigen gegenüber, die seit einem Jahr so gut wie nichts oder gar nichts mehr verdienen. Der Vorschlag wurde nicht eingereicht, sondern vorab nur an seine Abgeordneten-Kolleginnen und -Kollegen verschickt.

L.Abg. Josef Unterholzner (Foto: Josef Unterholzner)ZoomansichtL.Abg. Josef Unterholzner (Foto: Josef Unterholzner)

Anstatt das mit ihm zu diskutieren, haben einige den Vorschlag wohl umgehend an die Presse weitergeleitet. Wir hätten es untereinander fertig denken können, anstatt lauthals zu poltern oder alles der Presse unterzujubeln. ‚Unausgegoren‘, ‚nicht zu Ende gedacht‘ usw. waren die Reaktionen in der Presse.

Dem Unterholzner ist natürlich klar, dass man solcherlei nicht von heute auf morgen entscheiden kann, ihm ist auch klar, dass man das nicht für alle über einen Kamm scheren kann, dass es Ausnahmen geben muss, aber wenn man es schafft, über Nacht oder innerhalb eines Tages, Zigtausenden für Monate das Arbeiten zu verbieten, dann wird man es wohl ja auch irgendwie schaffen, für eine bestimmte Zeit Gehälter zu reduzieren.

Der Landtagsabgeordnete bedankt sich beim Landeshauptmann für seine Worte bei „Am runden Tisch“ vom 1. März: „Das eine ist es, einen harten Lockdown zu fordern, wenn man sein fixes Gehalt hat und in dieser Sicherheit sich wiegen kann, das andere ist, wenn man draußen ist und Angst um seine Zukunft hat, weil man schon seit Wochen nicht arbeiten darf …“

Viele werden gedacht haben, dass es nicht nur Wochen waren, es waren und sind Monate, jetzt für viele bereits ein Jahr!

Es gibt natürlich viele unterschiedliche Realitäten, meint Unterholzner, und am wehsten tut’s, wenn’s einem selbst weh tut! Mit dieser Aktion will er erreichen, dass man im Hohen Haus ein Gefühl dafür erhält, wie es Menschen, Familien und Firmen ergeht, die zwar gesund sind, aber nicht für ihren Unterhalt, für ihr Überleben etwas tun dürfen, nämlich arbeiten!

Öffentlich Bedienstete bekommen am Monatsende Geld, Geld zum Überleben. Was den Allermeisten aber gar nicht bewusst ist, besteht in der Tatsache, dass nicht der Staat oder das Land die öffentlich Bediensteten bezahlt, sondern die Freiberufler, die Firmen, die Hotels, Restaurants, Schuhverkäufer usw. Sie sind es, die die Wirtschaft ausmachen.

Unterholzner möchte in diesem heiklen Punkt nicht missverstanden werden. Öffentlich Bedienstete leisten gute und wichtige, auch systemrelevante Arbeit, schließlich gehöre er selbst ja auch zu dieser Gruppe. Öffentlich Bedienstete aber generieren kein Geld, sie verbrauchen Geld und wir brauchen à la longue auch dringend diejenigen, die Mehrwert generieren.

Genau aus diesem Grund ist es auch extrem wichtig, dass die 500Millionen Corona-Wirtschaftsförderung richtig und gezielt eingesetzt wird. Lobby-Denken sei da nicht angebracht, meint Unterholzner.


(ENZIAN)