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Consigliera di parità | 22.09.2020 | 10:01

Recht auf Kommunikation und Information für Gehörlose gewährleisten

Gleichstellungsrätin Morandini, Vorsitzende des Monitoringausschusses für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, zum Internationalen Tag der Gebärdensprache am 23. September

Am 25 Januar 2018 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen erstmals den internationalen Tag der Gebärdensprachen ausgerufen, der seitdem jährlich am 23. September begangen wird. Dieser Tag findet im Rahmen der internationalen Woche der Gehörlosen statt, welche 1958 vom Weltverband der Gehörlosen ins Leben gerufen wurde. Heuer findet sie von Montag 21. bis Sonntag 27. September statt und hat die Bekräftigung der Menschenrechte der Gehörlosen zum Thema. An jedem der sieben Tage steht einer von mehreren Themenbereichen im Vordergrund. Diese reichen von der Gebärdensprache über die Chancengleichheit bis hin zur Miteinbeziehung der repräsentativen Organisationen bei allen Initiativen zugunsten von Gehörlosen.

Der internationale Tag der Gebärdensprache bildet dabei einen Höhepunkt innerhalb dieser Woche. An diesem Tag startet der Weltverband der Gehörlosen nämlich eine „Global Leaders Challenge“. Mit dieser Aktion werden lokale, nationale und globale Führungskräfte dazu aufgefordert, mit einem Video in ihrer nationalen Gebärdensprache das Motto dieses Tages „Gebärdensprachen sind für alle“ zu unterzeichnen.

Weltweit gibt es nach Angaben des Weltverbandes der Gehörlosen rund 72 Millionen Gehörlose, die zusammen mehr als 300 verschiedene Gebärdensprachen verwenden.

In Südtirol sind nach Angaben des Landesamtes für Menschen mit Behinderungen ca. 300 Menschen mit Hörbeeinträchtigung bekannt. Genaue Zahlen zur Verwendung der Gebärdensprache in Südtirol liegen dagegen nicht vor. Man kann jedoch annehmen, dass gut die Hälfte der bekannten Gehörlosen eine Gebärdensprache versteht oder verwendet, wobei sich die Gehörlosen mehrheitlich einer der deutschen Gebärdensprachen und zu einem geringeren Teil der italienischen Gebärdensprache bedienen.

Aufgrund der weltweiten Verbreitung der Gebärdensprachen betont der Weltverband der Gehörlosen unter anderem die Notwendigkeit einer Bereitstellung verschiedener Dienstleistungen des täglichen Lebens in Gebärdensprache als Voraussetzung für eine inklusive Teilhabe an der Gesellschaft für Gehörlose.

Dieses Thema ist auch dem Südtiroler Monitoringausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein wichtiges Anliegen.

Die Corona Krise hat einmal mehr gezeigt, dass Gehörlose in Südtirol wesentliche Informationen, die sie fürs tägliche Leben brauchen, fehlen. Diesem Umstand wurde während des Lockdowns durch die Bereitstellung einer Videointerpretation in Gebärdensprache der täglichen virtuellen Landesmedienkonferenz teilweise entgegengewirkt.

„Die Videointerpretation in Gebärdensprache ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Es müssen aber noch weitere Schritte folgen, um den Bestimmungen der UN-Behindertenrechtskonvention gerecht zu werden. Diese verpflichtet die Vertragsstaaten nämlich dazu, durch geeignete Maßnahmen „den Zugang von Menschen mit Behinderungen zu den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien und -systemen, einschließlich des Internets, zu fördern“ (Artikel 9) und „im Umgang mit Behörden die Verwendung von Gebärdensprachen (…) und allen sonstigen selbst gewählten zugänglichen Mitteln, Formen und Formaten der Kommunikation durch Menschen mit Behinderungen zu akzeptieren und erleichtern“ (Art.21)“, so die Vorsitzende des Südtiroler Monitoringausschusses Michela Morandini.

Der Südtiroler Monitoringausschuss fordert daher im Sinne der UN- Behindertenrechtskonvention die Bereitstellung von Übersetzungsdienstleistungen in Gebärdensprache, damit Gehörlosen in Südtirol nicht nur der Zugang zu nötigen Informationen, sondern auch eine Unterstützung bei der Nutzung verschiedenster Dienste und Leistungen im täglichen Leben gewährleistet wird.

(GSR)