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Consigliera di parità | 24.09.2021 | 12:18

Barrierefreie Kommunikation für Menschen mit Hörschädigung in Südtirol fördern

Der Südtiroler Monitoringausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen zum Internationalen Tag der Gehörlosen. Vorsitzende Morandini: „Die Anerkennung der italienischen Gebärdensprache ist eine wichtige Errungenschaft, für Südtirol braucht es nun die Anerkennung der Gebärdensprache der deutschsprachigen Menschen mit Hörschädigung.“

Am 26. September ist internationaler Tag der Gehörlosen. Der Aktionstag findet jährlich am letzten Sonntag im September statt. Er wurde 1951 mit der Gründung des internationalen Gehörlosenverbandes ins Leben gerufen, welcher heuer sein 70-jähirges Jubiläum feiert.

Der Aktionstag soll auf die Situation der Menschen mit Hörschädigung weltweit aufmerksam machen und zur Förderung eines vollen, gleichberechtigten und hochwertigen Zugangs zu allen Aspekten des Lebens für Menschen mit Hörschädigung aufrufen.

Weltweit sind laut Weltgesundheitsorganisation mehr als 430 Millionen Menschen von einer Hörbeeinträchtigung betroffen, davon 34 Millionen Kinder. Stand 2020 sind in Südtirol ungefähr 300 Menschen gehörlos.

Seit 1958 ist der Aktionstag Teil der internationalen Woche der Gehörlosen, welche heuer vom 20. bis 26. September unter dem Motto „Gedeihende Gehörlosengemeinschaften feiern“ begangen wird. An jedem der sieben Tage wird einer von mehreren Themenbereichen in den Vordergrund gestellt.

Mittelpunkt des heurigen internationalen Tages der Gehörlosen ist das Thema „Menschenrechte in Zeiten von Krisen“. Der internationale Gehörlosenverband möchte damit die Aufmerksamkeit auf die Wahrung und Sicherung der Menschenrechte aller Menschen mit Hörschädigung in verschiedenen Krisensituationen lenken, darunter die Corona-Pandemie, der Klimawandel, Naturkatastrophen und bewaffnete Konflikte.

In Südtirol hat die Corona-Krise bereits bestehende Barrieren verschärft. Insbesondere hat die Pandemie den Zugang zu Information und Kommunikation für Menschen mit Hörschädigung in manchen Phasen erheblich erschwert. So waren z. B. die Informationen zur Corona Krise vor allem anfangs nicht in Gebärdensprache verfügbar und somit für viele Hörgeschädigte nicht zugänglich. Ebenso hat die Einführung der Maskenpflicht das Lippenlesen, das Menschen mit Hörschädigung brauchen, um einer sprechenden Person gut folgen zu können, beinahe unmöglich gemacht.

Diese Hindernisse wurden zwar durch die Bereitstellung einer Videointerpretation in Gebärdensprache der Landesmedienkonferenzen zur Corona Krise und durch die Befreiung von der allgemeinen Maskenpflicht für Personen mit Behinderungen teilweise beseitigt, doch sind nach wie vor Information und Kommunikation nicht immer in Formaten verfügbar, die für Menschen mit Hörschädigung zugänglich sind.

Ein wesentlicher Schritt in Richtung barrierefreie Kommunikation wurde am 19.Mai 2021 in Italien gesetzt. An diesem Tag wurde nach jahrzehntelangem Einsatz verschiedener Gehörlosenorganisationen die italienische Gebärdensprache gesetzlich anerkannt

„Die Anerkennung der italienischen Gebärdensprache ist eine wichtige Errungenschaft, die wir als Monitoringausschuss sehr begrüßen. Für Südtirol gilt es nun, die Anerkennung der Gebärdensprache der deutschsprachigen Menschen mit Hörschädigung in Südtirol anzustreben und so Barrieren in der Information und Kommunikation zu beseitigen und Inklusion und Teilhabe zu gewährleisten“, so die Vorsitzende des Südtiroler Monitoringausschusses für die Rechte von Menschen mit Behinderungen Michela Morandini.

(MA)