Cunsėi dla Provinzia Autonoma de Bulsan

Cunsėi dla Provinzia Autonoma de Bulsan
Home Salut Le Consėi Liber di ghesć Cuntac   E-Maile-mail     .Italiano.Deutsch
Home Salut L Cunsėi Liber di ghesc Cuntac    CHIR
    
     go | crissa lergia

Festakt zu 60 Jahre Pariser Vertrag
Rede des Landtagspräsidenten Riccardo Dello Sbarba

Cerimonia per i 60 anni dell'accordo Degasperi-Gruber
Discorso del Presidente del Consiglio provinciale Riccardo Dello Sbarba
   
   
Rede zum Festakt Download
Discorso per l'accordo Degasperi-Gruber Download

"Im Geiste der Billigkeit und Weitherzigkeit"
(Pariser Vertrag, Punkt 3-a)

"An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen"
(Matthäus, 7,20)

Sehr geehrte Festversammlung,
sehr geehrter Herr Senator Andreotti,
sehr verehrter Herr Botschafter Steiner,
sehr verehrter Herr Dr. Valentin,
sehr verehrter Herr Bischof Egger
sehr geehrter Herr Landeshauptmann,
liebe Kolleginnen und Kollegen Abgeordnete zum Südtiroler Landtag!

60 Jahre Pariser Vertrag. 60 Jahre Gruber-Degasperi-Abkommen. 60 Jahre internationale Rechtsgrundlage der Südtirol-Autonomie.

Wenn wir manchmal als "erinnerungslose Gesellschaft" gerügt werden, am Fall des Pariser Vertrags gilt dieser Vorwurf nicht. Seit dem 30-Jährigen bereits, wird nun im 10-Jahres-Rhythmus auf feierliche Weise dieses wichtigen Ereignisses gedacht. Zunächst im Regionalrat, und bereits zum dritten Mal hier in diesem Haus des Südtiroler Landtags. Dies um zu sagen: Südtirols Volksvertretung weiß, was sie an dem Vertragswerk hat, und würdigt es.

Alcide Degasperi, Ministerpräsident und Außenminister der Republik Italien, und Karl Gruber, Außenminister der Bundesrepublik Österreich, stehen für den Aufbruch dieses Landes in das, was es heute ist: das autonome, demokratische, prosperierende Land Südtirol-Alto Adige. Wie unterschiedlich es immer beurteilt werden mag, unverrückbar fest steht: am Anfang war jenes Dokument, unterzeichnet von den beiden Staatsmännern in Paris, am 5. September 1946, heute vor 60 Jahren. Die Erinnerung daran wach zu halten, das Ereignis auch zu "feiern", ist vornehme Pflicht aller, die für dieses Land Verantwortung tragen.

Es ehrt mich, dass ich diesem Festakt heute vorsitzen darf. Ich tue es mit einem Gefühl der Dankbarkeit und bekenne, dass ich ein bisschen aufgeregt bin. Bei der Durchsicht der Akten aller bisherigen Veranstaltungen zum gleichen Anlass ist mir aufgefallen: Ich bin der erste Landtagspräsident, der die Unterzeichnung des Pariser Vertrags nicht erlebt hat. Der erste, der erst später geboren ist.

Nicht, dass ich deshalb - in Anlehnung an den Ausspruch eines großen europäischen Politikers - von einer "Gnade der späten Geburt" sprechen möchte. Bei aller Würdigung des Leids, das dieses Land erfahren hat, sein Ringen um eine Zukunft nach dem unfreiwilligen Anschluss an Italien, nach Faschismus, Nationalsozialismus, Option, Zweiten Weltkrieg und Neubeginn im Namen der Autonomie kann nie mit den Tragödien gleichgesetzt werden, von denen bis heute andere Länder und andere Völker heimgesucht werden.

Ich bin mir bewusst: Ich bin nur ein Kind des Pariser Vertrags, ein Enkel der Gründergeneration.
Doch es gibt heute edle Gründe, mich im Urteil über den Gegenstand dieser Feierstunde zurückzuhalten. Es sind berufenere Persönlichkeiten hier. Mit Senator Giulio Andreotti und Botschafter Ludwig Steiner haben wir das Glück, zwei Zeitzeugen unter uns zu haben. Sie beide dürfen für sich beanspruchen, persönlich - zwar im Hintergrund, aber effektiv - am Zustandekommen dieses Grundlagenvertrags für die Südtirol-Autonomie beteiligt gewesen zu sein. Was sie sagen werden, ist somit authentische Interpretation. Authentisch, wie sie authentischer uns niemand liefern könnte.

Ich freue mich, dass Hugo Valentin zum Anlass sprechen wird. Es ist das erste Mal, dass anlässlich einer Gedächtnisveranstaltung zum Pariser Vertrag einem Vertreter der Ladiner das Wort, in seiner Sprache, erteilt wird. Seit je hält sich das Gerücht, die ladinische Volksgruppe sei im Pariser Vertrag "vergessen" worden. Jedenfalls hat sie keine Erwähnung gefunden. Wie auch immer, ob nun Alcide Degasperi und ob Karl Gruber die älteste Sprachgruppe dieses Landes vergessen haben, im Erinnern dürfen wir sie nicht vergessen. Hugo Valentin ist Präsident des Ladinischen Kulturinstituts "Micurà de Rü" und hat viele Jahre lang die Ladiner in diesem Haus sowie in der Landesregierung vertreten. Was er uns sagen wird, mögen wir als Stimme der verschwiegenen Minderheit in Erinnerung bewahren.

Was der Pariser Vertrag für dieses Land war, und was dieses Land seither aus diesem Pariser Vertrag gemacht hat, das werden wir jetzt anschließend von Landeshauptmann Luis Durnwalder hören. Er ist der demokratisch gewählte höchste Vertreter jener "German speaking inhabitants", der deutschsprachigen Einwohner, denen zum Schutz das Abkommen jenes 5. September 1946 geschlossen wurde. In seiner Eigenschaft als Landeshauptmann vertritt er aber alle Bürgerinnen und Bürger dieses Landes, und als solcher wird er auch zu diesem Anlass sprechen.

Sehr geehrte Festversammlung,
gentili ospiti, care colleghe e colleghi del Consiglio provinciale,
ich glaube, bis hierher genug Gründe genannt zu haben, warum ich mir Zurückhaltung auferlege im Urteil über das, was wir heute begehen. Wer das Werk in Gang gesetzt und wer es bis heute an verantwortlicher Stelle in Gang gehalten und bereichert hat, diese mögen urteilen. Ich persönlich mag gern aufmerksamer Zuhörer sein, stellvertretend für die Generation der Kinder und Enkel.

Unbelastet vom Ballast der Geschichte nehme ich dafür das Privileg wahr, über das zu sprechen, was uns heute bewegt; was uns mit Freude erfüllt über dieses Südtirol und was uns Sorgen bereitet.
Nachdem jeder von uns Zeuge seiner Zeit ist, darf ich von meiner persönlichen Erfahrung ausgehen. Ich bin hier, in meinem Amt, nicht nur der erste Nachgeborene des Pariser Vertrags, ich bin in dieses Land des Pariser Vertrags überhaupt erst zugewandert. Ich habe mich, sozusagen, ins gemachte Nest setzen dürfen. Den vielen weiteren Neubürgerinnen und Neubürgern dieses Landes wünsche ich, dass ihre Heimat-Findung ähnlich glücklich verläuft.

Es ist viel von "Unbehagen" die Rede in diesem Land. Bei der einen Sprachgruppe ist Unbehagen abgebaut worden, bei der anderen, in diesem Fall bei meiner, aber aufgebaut. Der Pariser Vertrag und mehr noch, weil konkreter, das Autonomiestatut, werden zu oft beurteilt, als würden politische Vereinbarungen nach den Gesetzmäßigkeiten der Physik funktionieren: Wird der einen Gruppe etwas gegeben, empfindet es die andere als ihr weggenommen. Zäh hält sich der Argwohn, bei der Verteilung von Rechten und Mitteln benachteiligt zu werden. Das verhängnisvolle "Je klarer wir trennen, desto besser verstehen wir uns", ausgesprochen in diesem Saal, mag geholfen haben, dass mancher Konflikt nicht eskalierte, eine noble Maxime für das Zusammenleben ist es aber nicht.

Als ich im Jahr 1988 aus Volterra in der Toskana als frischgebackener Lehrer zusammen mit meiner jungen Familie nach Bozen kam, da traf ich auf keine besonders erfreuliche Lage.
Die letzten Bomben waren explodiert: ich erinnere mich an die zertrümmerten Fensterscheiben im RAI Palast und an den verwüsteten Parkplatz vor dem klassischen Lyzeum, wirre und vereinzelte Zeichen einer der Vergangenheit angehörenden Zeit.
Mein Eindruck war, vereinfachend zusammengefasst: Die deutsche Sprachgruppe gefiel sich in einem gewissen Triumphgehabe. Die italienische war in eine kollektive Depression versunken  und die Ladiner waren gerade dabei, es den beiden großen Sprachgruppen nachzumachen und sich ihrerseits in einer ethnischen Sammelpartei zu formieren.

Politisch gewachsen in der studentischen Protestbewegung und an den Idealen des Internationalismus, war mir die ethnische Trennung und Aufrechnerei, wie ich sie hier antraf, eher zuwider. Das Andere aber, das Zusammentreffen verschiedener Kulturen, die Mehrsprachigkeit, eine bestimmte Aufbruchstimmung und Modernisierungslust - ein gewisser Luis Durnwalder begann soeben zu regieren -, all das gefiel mir. Gleich stürzte ich mich als freier Mitarbeiter des "Alto Adige" in die Chronik der Stadt. Mit Begeisterung begann ich Deutsch zu lernen. In der alternativen Bewegung von Alexander Langer schließlich fand ich mich am besten in meiner Vorstellung eines ganzheitlichen Südtirol vertreten.

Den Pariser Vertrag und "das Südtirol-Problem" lernte ich zu der Zeit kennen. Die Art, wie viele meiner italienischen Landsleute drauf beharrten, dass beides eine rein inneritalienische Angelegenheit sei, missfiel mir. Mich erfüllte es mit einem gewissen Stolz zu wissen, dass ich in einem Land lebe, für das sich zwei Staaten zuständig fühlen. Ich empfinde das als einen Mehrwert und fühle Dankbarkeit dafür.

Zwei Staaten haben einen Friedensvertrag für Südtirol geschlossen. Einen Vertrag zur Befriedung Südtirols. Vielleicht vergegenwärtigen wir uns nicht oft genug, was das bedeutet. Friedensverträge werden ja nicht zwischen Freunden geschlossen, sondern zwischen Gegnern. Und ein Vertrag endet ja nicht mit seiner Unterschrift, sondern erweist seinen Wert erst in der Dauer. Die Menschen, die Volksgruppen, brauchen als erstes Sicherheit. Erst auf der Grundlage von sicheren Rechten sind wir dann bereit, mehr Freiheit zu wagen. Und nach 60 Jahren Autonomie und Pariser Vertrag finde ich, dass wir heute für mehr Freiheit bereit sind.

So gesehen sind wir auch heute noch dabei, den Pariser Vertrag zu "erfüllen". Seine Erfüllung zog sich länger hin, als vorgesehen war. Aber das hat der Pariser Vertrag mit vielen großen Vertragswerken der Geschichte gemeinsam. Auch die Erfüllung des "Pakets" hielt sich nicht an den vorgegebenen Fahrplan. Ich finde das nicht schlimm. Und in keinem Fall bedeutet das ein Scheitern der Vertragswerke.
Ehrlich gesagt empfinde ich Genugtuung, jedes Mal, wenn in diesem Land sei es für erhobene Forderungen sei es für errungene Erfolge der Pariser Vertrag in den Zeugenstand gerufen wird. Bedeutet es doch, wir berufen uns auf Verhandlungen, auf Abmachungen, also auf friedliche Mittel der Konfliktlösung und demokratische Grundsätze der "Polis". Letztlich: auf Politik statt auf Gewalt.

Von dieser Kultur der Politik, des Verhandelns, des Miteinander-Redens zu lernen: Das wäre ein guter Vorsatz und Inhalt genug für diese und noch für viele Gedächtnisfeiern dieser Art.
Was an jenem 5. September 1946 Alcide Degasperi und Karl Gruber für Südtirol vereinbart haben, erfuhr von seinen Nutznießern nicht immer die gebührende Anerkennung. "Ein Kompromiss!", wird oft verächtlich gehöhnt. Ich möchte diesen Festakt als Gelegenheit wahrnehmen, um einmal ausdrücklich den Kompromiss zu loben.

Die Eskalation der Gewalt, ja, die Kriege, denen wir heute machtlos zusehen, wären nur durch Kompromisse vermeidbar gewesen, und nur durch Kompromisse können sie beigelegt werden. Durch Siege sind Konflikte nicht mehr lösbar. Selbst für Supermächte nicht. Die Ereignisse dieser Tage sind der Beweis. Nur "im Geiste der Billigkeit und Weitherzigkeit", so wie es im Pariser Vertrag steht, ist Frieden noch möglich.

Sehr selbstbewusst bieten wir inzwischen das Südtiroler Autonomie-Modell als Vorbild für die Lösung ethnischer Konflikte in aller Welt an. Vielleicht überschätzen wir uns und unser Modell dabei manchmal. Aber eines bedenken wir dabei oft zu wenig: Wir werden als Vorbild nur glaubwürdig sein, wenn wir unser Modell der Autonomie und des friedlichen Zusammenlebens als auf friedlichem Weg errungen darstellen. Müssten wir einräumen, dass Gewaltakte hilfreich waren, dann wäre das Südtirol-Modell als Vorbild wertlos. Denn Gewalt kann nie beispielgebend sein.

Aus diesem Grund bin ich mir sicher, dass ich nicht Kompetenzüberschreitung begehe, wenn ich behaupte, der Pariser Vertrag gehört gefeiert. Und das von Jahrestag zu Jahrestag mehr, so wie es dieser Landtag bereits seit drei Jahrzehnten macht .

Es darf das Bibelwort bemüht werden: "An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen". Und "Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen". Wenn die Früchte gut sind -und sie sind gut- ist auch der Baum gut. Die Brennergrenze ist nicht versetzt, aber sie ist im Namen Europas aufgehoben worden. Versuche nicht jemand, eine Grenze bei Salurn zu errichten!

Gönnen wir unsern Trentiner Nachbarn, dass auch sie haben, was wir haben, und seien wir nicht eifersüchtig.

Vor allem aber, sehr geehrte Festversammlung, haben wir Hochachtung vor dem Kompromiss. Er ist die Grundlage von allem Miteinander.

Ma soprattutto,
gentili ospiti, care colleghe e colleghi del Consiglio provinciale,
soprattutto portiamo rispetto al compromesso, poiché esso è la base di ogni cammino in comune. E affidiamoci alle trattative e all'accordo come unico mezzo della politica !

Und vertrauen wir auf das Verhandeln als einziges Mittel der Politik.

Nach dem Vorbild von Alcide Degasperi und Karl Gruber.

Bozen, am 5. September 2006


"In spirito di equità e generosità"
(Accordo di Parigi, punto 3-a)

"Dai loro frutti, dunque, voi li riconoscerete"
(Matteo, 7,20)

Gentili ospiti e autorità,
Sehr geehrte Festversammlung,
Stimato senatore Andreotti,
Sehr verehrter Herr Botschafter Steiner,
stimà dutor Valentin,
Sehr verehrter Herr Bischof Egger
Sehr geehrter Herr Landeshauptmann,
Care colleghe e colleghi del Consiglio provinciale,

Siamo a 60 anni dall'accordo di Parigi. A 60 anni dal trattato De Gasperi-Gruber. A 60 anni dal fondamento giuridico internazionale della nostra autonomia.

Il rimprovero di essere una società priva di memoria non vale certo per l'accordo di Parigi. Dal trentesimo anniversario in poi, quest'avvenimento è stato solennemente festeggiato a ritmo decennale prima in Consiglio Regionale e già per la terza volta qui, in quest'aula del Consiglio provinciale di Bolzano. Ciò dimostra che la rappresentanza democratica di questa provincia è consapevole del debito che ha verso questo trattato e puntualmente gli rende onore.

Alcide De Gasperi, presidente del consiglio e ministro degli esteri italiano, e Karl Gruber, ministro degli Esteri austriaco, avviarono questa terra verso ciò che oggi è: l'autonoma, democratica e prospera Provincia dell' Alto Adige-Südtirol. Comunque la si pensi, una cosa è certa: all'inizio di tutto ci fu questo documento, firmato dai due statisti a Parigi il 5 settembre 1946, in questo giorno, 60 anni fa. Mantenere vivo il ricordo di questo avvenimento, e anche festeggiarlo, è un nobile compito di chiunque porti la responsabilità di questa terra.

È un onore per me presiedere oggi questa celebrazione. Lo faccio con un sentimento di gratitudine e, confesso, con un po' d'emozione. Sfogliando gli atti delle commemorazioni precedenti mi sono accorto di una cosa: sono il primo presidente del Consiglio provinciale che non ha vissuto la firma dell'accordo di Parigi. Sono il primo ad essere nato dopo.

Dicendo questo, non voglio chiamare in mio soccorso la famosa frase di quel gigante della politica europea che parlò di "Gnade der späten Geburt", della "grazia di essere nati più tardi". Con tutto il rispetto per le sofferenze che ha subito questa terra e per la sua strenua lotta - dopo la forzata annessione all'Italia, dopo il fascismo, il nazismo, le opzioni, la seconda guerra mondiale e il nuovo inizio nel segno dell'autonomia - bisogna riconoscere che ben altre tragedie hanno sconvolto e sconvolgono ancora oggi altri popoli e altri paesi.

Dunque, ne sono consapevole: io sono solo un figlio del trattato di Parigi, un nipote della generazione dei fondatori.
Ma oggi ho un ulteriore motivo di cautela. Abbiamo qui personalità ben più autorevoli ad esprimere un giudizio sull'oggetto di questa nostra celebrazione: con il senatore Giulio Andreotti e l'ambasciatore Ludwig Steiner avremo la fortuna di ascoltare due testimoni di quegli avvenimenti. Entrambi possono ben dire di aver partecipato - certo nelle retrovie, ma effettivamente e di persona - alla nascita di quel trattato che gettò le basi della nostra autonomia. Quello che diranno sarà dunque autentica interpretazione, autentica che più autentica nessun altro potrebbe fornirci.

Sono felice che Hugo Valentin parli oggi. È la prima volta che in una solenne celebrazione dell'accordo di Parigi prende la parola un rappresentante dei ladini, parlando in ladino. Da sempre è circolata l'accusa che il popolo ladino sia stato "dimenticato" nel trattato di Parigi. Ed è vero che non vi è citato. Comunque sia, se Degasperi o Gruber hanno dimenticato il più antico popolo della nostra terra, l'importante è che noi, qui, oggi, non li vogliamo dimenticare.
Hugo Valentin è presidente dell'Istituto culturale ladino "Micurà de Rü" e per molti anni ha rappresentato i Ladini in quest'aula e nella Giunta provinciale. Ciò che oggi Hugo Valentin ci dirà resterà nella nostra memoria come la voce della minoranza taciuta.

Ciò che il trattato di Parigi ha significato per questa terra e quello che questa terra è riuscita a farne, lo ascolteremo dal presidente della giunta provinciale Luis Durnwalder. Lui è il più alto rappresentante democraticamente eletto di quei "german speaking inhabitants", di quella popolazione di lingua tedesca, per la cui tutela l'accordo del 5 settembre 1946 fu stipulato. Ma nella sua funzione di Presidente della Provincia, egli rappresenta tutte le cittadine e i cittadini di questa terra, e come tale egli parlerà anche in questa occasione.

Sehr geehrte Festversammlung,
gentili ospiti, care colleghe e cari colleghi del Consiglio provinciale,
credo di aver indicato sufficienti motivi per non azzardare giudizi su ciò che oggi festeggiamo. Chi ha creato l'opera, e chi l'ha arricchita in posizioni di responsabilità fino ad oggi: questi dovranno e potranno giudicare. Io ascolterò volentieri e con attenzione, in rappresentanza della generazione dei Figli e dei Nipoti.

Da parte mia, libero dalla zavorra della storia, approfitto del privilegio di poter parlare invece di ciò che ci muove nel presente; di ciò che oggi di questo Alto Adige-Südtirol ci fa felici e di ciò che oggi ci desta preoccupazione.
Poiché ciascuno è testimone del suo tempo, vorrei partire dalla mia personale esperienza: qui, nella mia funzione di oggi, non sono solo il primo figlio postumo del trattato di Parigi, ma sono anche un "immigrato" in questa provincia dell'Accordo di Parigi. Mi sono potuto accomodare, per così dire, in un nido già fatto. Auguro di cuore alle molte nuove cittadine e cittadini che arrivano da noi che la loro integrazione sia felice quanto la mia.

Si è parlato parecchio di "disagio" in questa terra. Se per un gruppo linguistico il disagio è stato rimosso, nell'altro gruppo, invece - e intendo il mio - pare che abbia attecchito. L'accordo di Parigi e più ancora - perché più concrete - le norme dell'Autonomia, vengono troppo spesso considerate alla stregua delle leggi della fisica: se ad un gruppo si dà qualcosa, significa per forza che si è tolto all'altro. Si teme costantemente di essere penalizzati nella distribuzione di diritti e mezzi. Quel fatale "più ci separiamo, meglio ci capiamo", pronunciato proprio in quest'aula, può aver contribuito a tenere sotto controllo i conflitti. Ma non è di sicuro un nobile principio per la convivenza.

Quando, da fresco professore, da Volterra, in Toscana, arrivai nel 1988 a Bolzano con la mia giovane famiglia, l'atmosfera in cui capitai non mi parve così entusiasmante.
Scoppiavano le ultime bombe: ricordo i vetri infranti della Rai e il parcheggio devastato al liceo classico, convulsioni isolate di una stagione relegata al passato.
Per il presente, la mia impressione, semplificando e riassumendo, fu la seguente: il gruppo tedesco si compiaceva dei propri successi, sconfinando a volte nel trionfalismo; quello italiano era attraversato dai brividi di una febbriciattola depressiva, i ladini erano tentati dall'idea di un proprio partito di raccolta.

Cresciuto politicamente nel movimento studentesco e negli ideali dell'internazionalismo, trovavo piuttosto sgradevole la divisione e la contabilità etnica, il dover limitare la mia cittadinanza alla percentuale di un gruppo solo.
Tutto il resto però, e cioè l'incontro di diverse culture, il plurilinguismo, quella sensazione diffusa ed euforica che stesse iniziando una nuova era, quella voglia di modernizzazione - un certo Luis Durnwalder proprio in quell'anno cominciò a governare - tutto questo, invece sì, che mi piaceva!
Come collaboratore del quotidiano "Alto Adige" mi buttai nella cronaca cittadina. Con entusiasmo cominciai a studiare il tedesco. Nel movimento di Alexander Langer riconobbi la mia stessa speranza di un Alto Adige-Südtirol riconciliato.

La "Magna Charta" di Parigi e la cosiddetta "questione sudtirolese" le imparai allora. Il modo in cui molti miei concittadini di lingua italiana insistevano nel considerare entrambe un problema puramente interno dell'Italia mi pareva incomprensibile. A me, al contrario, riempiva di orgoglio il sapere di vivere in una terra per la quale si sentivano responsabili addirittura due Stati. Lo trovavo un valore aggiunto e per questo provavo gratitudine.

Due Stati hanno stipulato un trattato di pace per l'Alto Adige-Südtirol. Un patto per la pacificazione di questa nostra terra. Forse non ci interroghiamo abbastanza su che cosa significhi questo: i trattati di pace vengono sottoscritti non tra amici, ma tra nemici. Ed un trattato non si esaurisce nella sua firma, ma rivela il suo valore solo nel corso del tempo. Le persone, i popoli, hanno bisogno per prima cosa di sicurezza. Solo sulla base di diritti certi e garantiti siamo poi disposti ad "osare" più libertà. E io penso che dopo 60 anni di autonomia e di accordo di Parigi, noi siamo ormai pronti ad "osare" più libertà.

Visto così, stiamo ancora oggi portando a compimento l'accordo di Parigi. La sua realizzazione s'è dilungata più del previsto e questo accomuna quel trattato a tanti altri nella storia. Anche il "Pacchetto" non si è attenuto alla tabella di marcia prevista. Ma non ne farei una tragedia. E in nessun caso questo significa un fallimento dell'Accordo.
Confesso di provare soddisfazione ogni volta che in questa provincia ci si richiama al patto di Parigi per festeggiare successi o avanzare richieste. Ciò significa che, per il nostro agire, noi invochiamo trattative ed accordi, dunque scegliamo strumenti pacifici di soluzione dei conflitti. Facciamo appello alla politica, cioè ai mezzi democratici della polis, invece che alla violenza.

Imparare da questa cultura della politica, della trattativa, del dialogo: basterebbe questo a fornire contenuti e scopi più che sufficienti per questa e molte altre commemorazioni ancora.
Purtroppo, ciò che Alcide Degasperi e Karl Gruber quel 5 settembre 1946 stipularono per l'Alto Adige-Südtirol non sempre è stato riconosciuto con il debito rispetto da chi pure ne ha goduto i frutti. "Solo un compromesso!" si sente dire spesso con disprezzo. Voglio cogliere l'occasione di questa commemorazione per elogiare una volta per tutte, esplicitamente, il compromesso.

La spirale della violenza e le guerre, alle quali oggi assistiamo impotenti, potevano essere evitate solamente con compromessi e solo attraverso compromessi potranno essere fermate. Con le vittorie oggi non si risolve più nessun conflitto. Nemmeno le superpotenze ci riescono e gli avvenimenti di questi giorni ne sono tragica testimonianza. Solo "in spirito di equità e generosità", così come sta scritto nell'accordo di Parigi, è ancora possibile la Pace.

Con un certo orgoglio siamo soliti proporre al resto del mondo il nostro modello di autonomia come esempio per la soluzione di conflitti. In questo forse sopravvalutiamo anche un po' noi stessi e la nostra esperienza. Tuttavia una cosa è certa: saremo credibili e presi ad esempio, solamente se potremo dimostrare che al nostro modello di autonomia e convivenza siamo arrivati per vie pacifiche. Se invece dovessimo ammettere che atti di violenza vi hanno in qualche modo contribuito, allora la nostra autonomia non avrebbe più il valore di un modello. Perché la violenza non può mai fungere da esempio.

Per questo motivo, sono certo di non commettere un abuso di potere se affermo che il trattato di Parigi va festeggiato. E va festeggiato di anno in anno di più, così come questo Consiglio ha fatto negli ultimi tre decennali.

Per riassumere ciò che penso, mi permetto di scomodare un passo del Vangelo di Matteo: "Dai loro frutti, dunque, voi li riconoscerete". Poiché "non può l'albero buono dare frutti cattivi, né l'albero cattivo dare frutti buoni".
Se i frutti sono buoni - e sono buoni! - tale deve essere anche l'albero. Il confine del Brennero non è stato spostato, ma più semplicemente e pacificamente è svanito in nome e nello spirito dell'Europa. Che nessuno si azzardi adesso ad erigere un nuovo confine a Salorno!

Godiamoci i nostri buoni vicini trentini e siamo felici che loro abbiano ciò che anche noi abbiamo. Non facciamo i gelosi!

Ma soprattutto,
gentili ospiti, care colleghe e colleghi del Consiglio provinciale,
soprattutto portiamo rispetto al compromesso, poiché esso è la base di ogni cammino in comune.

Vor allem aber, sehr geehrte Festversammlung, haben wir Hochachtung vor dem Kompromiss. Er ist die Grundlage von allem Miteinander !
Und vertrauen wir auf das Verhandeln als einziges Mittel der Politik !

Affidiamoci alle trattative e all'accordo come unico mezzo della politica !

Secondo l'esempio di Alcide Degasperi e Karl Gruber.


Bolzano, 5 settembre 2006

 
. Dates y ordinn dl dé
 
. Dessënies de lege, mozions, nterogazions...
 
. Comunicac stampa
 
. Protocoi sentedes dl Cunsėi
 
. Documėnc: Bėnsté, regulamėnc ...
 
. Sentada deboriada
 
. Publicazions
 
. Cunliamėnc cun d'autri parlamėnc y d'autra istituzions
 
. Galaria de fotografies
Salut
 
. Salut
 
. Dumandes al Presidėnt dl Cunsėi provinziel
 
. N cont dla vita dl Presidėnt
 
. Discurs inaudal - 18 de mį 2006
 
. Discurs Contrat de Paris - 5 setėmber 2006
 
. Tagebuch aus Nairobi - Weltsozialgipfel 2007
 

defenüda zivica  |  consulta provinziala por les comunicaziuns  |  rë zivica  |  jonta provinziela |  aministrazion provinziela
impressum  |  sitemap