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BürgerUnion für Südtirol | 08.05.2012 | 15:02
Campingplatz Angerle-Alm im Karerseegebiet: Frevel an UNESCO-Weltnaturerbe muss gestoppt werden
Als Frevel am UNESCO-Weltnaturerbe Dolomiten bezeichnet der Landtagsabgeordnete der BürgerUnion, Andreas Pöder, den geplanten Campingplatz auf der Angerle-Alm im Karerseegebiet in Welschnofen.
Beschlussantrag: http://www.scribd.com/doc/92831190
O-Ton: http://snd.sc/KCdJbu
„Wieder einmal soll ein einmaliges Stück Naturlandschaft der Geldmacherei geopfert werden. Der Antragsteller ist der derzeitige Vizebürgermeister Welschnofens. Durch die Errichtung eines Campingplatzes mitten im Alpinen Grün und im Waldgebiet würde ein unter Schutz gestelltes Gebiet in einer herrlichen Panoramalage in den Dolomiten zerstört“, so Pöder. „Trotz großen Widerstandes in der Bevölkerung haben Landesregierung und Gemeinderatsmehrheit die entsprechenden Beschlüsse zur Umwidmung der geplanten Zone bereits gefasst. Landesrat Michl Laimer, der sich ursprünglich einmal gegen das Projekt ausgesprochen hatte, hat sich in der entsprechenden Landesregierungssitzung nur mehr enthalten“, kritisiert der Abgeordnete der BürgerUnion.
„Die Landesregierung macht sich damit mitverantwortlich für die weitere Zerstörung eines Stückes Naturlandschaft, dazu noch im viel gepriesenen UNESCO-Weltnaturerbe.“
Pöder bringt im Landtag einen Beschlussantrag ein, um dort einen Beschluss gegen das Projekt Campingplatz Angerle-Alm im Karerseegebiet zu erwirken.
Erläuterung der Thematik:
Auf der Angerle-Alm im Karerseegebiet, im UNESCO-Weltnaturerbes soll ein fast 18.000 Quadratmeter großer Campingplatz errichtet werden.
Sowohl die Gemeinde Welschnoffen als auch die Landesregierung haben trotz erheblichen Widerstandes seitens der Bevölkerung die Umwidmung von Alpinem Grün und von Wald in Zone für touristische Einrichtungen – Camping genehmigt.
Bei dem geplanten Campingplatzprojekt handelt es sich um einen besonderen Naturfrevel.
Ende Juni 2009 wurden die Dolomiten in das Verzeichnis des Weltnaturerbe der UNESCO aufgenommen. Zwischen Schlern, Rosengarten und Latemar, eine der unter Schutz gestellten Gebiete innerhalb der Dolomiten, in herrlicher Panoramalage, befindet sich die „Angerlealm“ und besagtes Grundstück, welches von mehreren Seiten sehr gut einsehbar ist.
Der Campingplatz samt Infrastrukturen würde dieses Gebiet schwer beeinträchtigen.
Ebenso ist festzuhalten, dass diese geplante touristische Einrichtung (Camping) die Umwelt durch Minderung der Naturlandschaft und einem größeren Verkehrsaufkommen zusätzlich belastet. Allein das Risiko, dass ein Campingplatz auf 1.700m Meereshöhe nur wenige Monate im Jahr einigermaßen gut bzw. rentabel arbeitet (das zeigen die Ergebnisse in benachbarten Gemeinden), ist Grund genug, dieses einmalige Stück Naturlandschaft von ca. 18.000m² im UNESCO Weltnaturerbe Dolomiten zu schützen und nicht einem derartigen Projekt zu opfern.
Das Argument, dass man durch einen Campingplatz das „wilde“ Kampieren beenden oder verringern würde ist nicht stichhaltig, wie Beispiele im Fassa- oder Gadertal oder anderen Teilen des Landes belegen.
Sowohl in Welschnofen, in Karersee, als auch im Eggental sind ausreichend Grundstücke vorhanden, die sich mit weit weniger Aufwand und einer zentraleren Anbindung viel besser für einen Campingplatz eignen würden. Der in Erwägung gezogene Standort „Angerlealm“ ist relativ weit von jeglichen öffentlichen Einrichtungen entfernt.
Weitere Gründe, unter anderem gegen dieses Projekt sprechen, sind:
· die Umwidmung von Alpinem Grün (15.855m²) und Wald (1.975m²) in Zone für touristische Einrichtungen – Camping von insgesamt 17.830m² auf 1.700m Meereshöhe;
· in unmittelbarer Nähe sind kaum touristische Einrichtungen vorhanden;
· teils sumpfige und teils steil abfallende Wiese, deren Nutzung als Campingplatz große Erdbewegungsarbeiten mit sich bringt;
· die Zufahrt für die Campingwagen ist einspurig und teils steil und bietet kaum Ausweichmöglichkeiten. Sie birgt aufgrund des Oberflächenwassers zudem ein hohes Gefahrenpotential durch Vereisung, womit eine bestehende Benutzung schwierig wird und massive Verbreiterungen mit entsprechenden Erdbewegungen erfordern wird;
· Die (benachbarten) landwirtschaftlichen Grünflächen werden mittels Ausbringung von natürlichem Dünger (Jauche und Mist) bestellt und stören mit Sicherheit den Campingbesucher.
Die Umwidmung und der mögliche Bau des Campingplatzes lassen auch befürchten, dass der Verlust des Schutzes der Grundstücksflächen zu Spekulationen an Grund und Boden führt. Dieser Zweifel wird einerseits von der Nähe des Grundstück zur Karersee-Siedlung, welches in Folge weiteres Bauland für Zweitwohnungen werden könnte, andererseits von den vielen Veräußerungen, ersichtlich aus den Grundbuchauszügen beider geschlossenen Höfe „Angerle“ und „Angerlealm“ bestätigt.
(UFS)