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SVP - Südtiroler Volkspartei | 14.03.2019 | 11:59

Keine Notwendigkeit für Verzeichnis der Hauspflegekräfte: SVP setzt auf Weiterbildung, Qualität und Absicherung

Das Land Südtirol hat sich im Bereich der Hauspflegekräfte für einen klaren Weg entschieden: „In unserem Land arbeiten seriöse Non-Profit-Organisationen als ‚Vermittler‘ und bis dato haben diese ihre Aufgabe vorbildhaft ausgeführt. Warum noch ein zusätzliches Verzeichnis? Warum noch mehr Bürokratie, wenn sich die bisherigen Vermittlungsmethoden der ‚badanti‘ bewährt haben?“, fragt sich SVP-Fraktionsvorsitzender Gert Lanz. Vielmehr sollte auf Weiterbildung, auf Qualität und auf eine gute Absicherung der Hauspflegekräfte gesetzt werden, so Lanz. Die SVP-Fraktion hat deshalb den entsprechenden Beschlussantrag vom Team Köllensperger abgelehnt, welches die Einführung eines Landesverzeichnisses der Hauspflege nach dem Trientner Modell fordert.

Landesrätin Waltraud Deeg, Fraktionsvorsitzender Gert Lanz und Landtagsabgeordnete Magdalena AmhofZoomansichtLandesrätin Waltraud Deeg, Fraktionsvorsitzender Gert Lanz und Landtagsabgeordnete Magdalena Amhof

Auch Landtagsabgeordnete und Arbeitnehmervertreterin Magdalena Amhof sieht die Sache ähnlich wie Lanz. Sie verweist darauf, dass in Südtirol Sozialgenossenschaften den betroffenen Familien und den „badanti“ ein Unterstützungspaket anbieten, welches alle wichtigen Bereiche abdeckt: Die Familien werden bei der Auswahl der „badanti“ unterstützt, deren Leistungen werden laufend überprüft, Weiterbildung und Supervision werden angeboten und es werden schnell und unkompliziert Ersatzkräfte gesucht, wenn die Pflegekraft ihren Urlaubsanspruch wahrnimmt oder aus Krankheitsgründen ausfällt. Zudem garantieren die Arbeitsverträge dem Hauspflegepersonal eine gewisse Absicherung. Dieses Angebot decke die Bedürfnisse der Familien viel besser ab, als ein reines Landesverzeichnis, wie es vom Team Köllensperger gefordert und am Beispiel von Trient als Erfolgsmodell dargestellt werde, meint Amhof. „Vielmehr sollten wir uns um eine angemessene Form der Absicherung und Anstellung bemühen. Dazu müssen die Kollektivverträge überarbeitet werden, was im Übrigen auch für die Kleinkinderbetreuung gilt“, betont die Arbeitnehmervertreterin. Sie ist überzeugt: „Die Entlohnung und die Absicherung werden der erbrachten Leistung oft nicht gerecht!“ Amhof regt an, den Sozialgenossenschaften, welche Hauspflegepersonal vermitteln, Qualitätsrichtlinien vorzugeben, so wie dies bereits in der Kleinkinderbetreuung praktiziert werde.  

Landesrätin Waltraud Deeg unterstreicht in diesem Zusammenhang, dass der „albo“ der Provinz Trient, den es seit nunmehr fünf Jahren als „freiwilliges“ Verzeichnis gibt, insgesamt 599 Personen beinhalte. Das sind lediglich zehn Prozent der im Trentino tätigen Haushaltshilfen. „Ein ‚verpflichtendes‘ Verzeichnis ist rechtlich nicht möglich, da es sich hier um privatrechtliche Arbeitsverhältnisse zwischen der pflegenden Person und den Familien handelt und somit eine Beschäftigung außerhalb des Verzeichnisses immer möglich ist“, klärt Deeg auf. Die Landesrätin bezweifelt außerdem stark, ob ein Verzeichnis wirklich eine Verbesserung der Qualität mit sich bringen würde. Der „albo“ von Trient habe jedenfalls nicht das erhoffte Ergebnis gebracht und könne demzufolge auch nicht als Erfolgsmodell gesehen werden. Für Deeg wäre es effizienter, eine politische Gesprächsplattform zum Thema Pflege 2030 einzurichten. „Damit wäre eine gute Voraussetzung geschaffen, um Seniorinnen und Senioren, die Pflege brauchen, auch die notwendige Unterstützung zu gewähren. Sie haben nämlich viel für uns getan – jetzt liegt der Ball an uns!“, so die Landesrätin.

Die Südtiroler Volkspartei werde deshalb die vom Land gewählte Strategie im Bereich der Hauspflegekräfte weiterführen und unterstützen, bekräftigt Fraktionsvorsitzender Gert Lanz.


(SVP)